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Was sind Familienaufstellungen?

Wir leben und arbeiten in verschiedenen Systemen. Ein sehr bedeutsames System ist die Familie, in die wir hineingeboren werden. Zwischen Paaren, Eltern und Kindern besteht eine starke seelische Bindung, die bestimmten Ordnungen i.S. von Naturgesetzen unterliegt, wie z.B. das Recht aller Familienmitglieder auf Zugehörigkeit und die Wichtigkeit der zeitlichen Reihenfolge. Werden diese Ordnungen anerkannt und geachtet, so gehen davon lebensfördernde Kräfte aus. Aus Liebe zu den Eltern und Treue zu allen Mitgliedern der Familie (insbesondere zu Ausgeschlossenen, "schwarzen Schafen" oder solchen mit schweren Schicksalen) übernimmt ein Mensch häufig unbewusst Aufgaben oder den Platz eines anderen im Familiensystem, um Ausgleich zu schaffen. Dies geht oft so weit, dass er - ebenfalls unbewusst - bereit ist, eigenes Lebensglück und Gesundheit dafür zu opfern. In vielen Fällen wird auf diese Weise eine schwere Lebenshypothek von einer Generation an die andere weitergegeben. Ein bekanntes Beispiel ist z.B. die Kennedy-Familie, in der sich tragische Lebensverläufe häufen.   

Eine Familienaufstellung kann eine solche Dynamik sichtbar machen und unerwartete und heilsame Lösungen aufzeigen, um einen angemessenen, guten Platz im eigenen System zu finden. Oftmals ist dies mit einem Prozess des inneren "Gesundschrumpfens" verbunden, wie z.B.: ist eine Tochter die "insgeheim bessere Ehefrau des Vaters" gewesen oder der Sohn die partnerschaftliche Stütze der Mutter, kann es für beide er-lösend sein, endlich nur noch Kind sein zu dürfen.

Was bedeutet systemisch bzw. Systemaufstellungen?

In Bezug auf Aufstellungen bedeutet systemisch, dass der Gesamtkontext, also das ganze System, mit einbezogen und berücksichtigt wird. Üblicherweise ist dies in einem Familiensystem die Herkunfts- und Gegenwartsfamilie mit allen lebenden und verstorbenen Familienmitgliedern. Wichtig für dieses System kann aber auch ein Heimatland, ein verlassener Hof, ein Täter oder ein unrechtmäßiges Erbe sein. Bei Organisationsaufstellungen könnten dies beispielsweise die Mitglieder der Firma, das Produkt und der Markt sein; oder in einem Schulsystem entsprechend z.B. das Kollegium, die Schüler und der Lehrauftrag. Das Wort "Systemaufstellungen" hat sich als Oberbegriff für Familien-, Organisations-, Struktur- und Symptomaufstellungen etc. etabliert.

Wie werden Aufstellungen durchgeführt?

Methodisch gibt es verschiedene Möglichkeiten, Aufstellungen durchzuführen: Nach Klärung des Anliegens wählt der Klient direkt andere Personen als Stellvertreter für die eigene Familie aus und stellt diese in einem Raum in Beziehung zueinander auf (z.B. im Rahmen eines Gruppenseminars). Das heißt: Beziehungen innerhalb Familien oder Paaren werden räumlich sichtbar und persönlich erfahrbar gemacht. Alternativ können in der Einzelarbeit sogenannte Bodenanker verwendet werden. Dies sind Blätter oder Moosgummiplatten, die auf dem Boden verteilt werden und auf die man sich nacheinander als Stellvertreter stellen kann. Möglich ist auch die Arbeit mit Schuhen bzw. Stühlen. Ebenso können Figuren (Holz, Playmobil, Duplo, Steine etc.) dementsprechend auf einem Tisch angeordnet werden. Schon diese räumlichen Anordnungen (z.B. Nähe oder Ferne, Abgewandt-oder Zugewandtsein, Kind-oder Elternebene) weisen auf bestimmte Dynamiken innerhalb einer Familie hin. Eine mögliche Alternative ist auch die Aufstellung in der Imagination. So kann man sich z.B. die Begegnung mit einem Menschen, den man lange vermisst hatte, mit allen Sinnen vorstellen und in diesem Bild solange verweilen, bis sich eine emotionale Berührtheit einstellt.                                                     


Das zentrale Arbeitsmittel bei Aufstellungen ist jedoch die sog. "repräsentierende oder teilhabende Wahrnehmung". Das heißt: jeder Mensch besitzt die Fähigkeit, sich in einen anderen Menschen einzufühlen. Dies ist eine Mitgift der Natur. Steht man in Aufstellungen auf dem Platz einer anderen Person, so kann man Gefühle ("Mir geht's hier gut", "Ich ärgere mich") und körperliche Informationen ("Mir ist ganz warm", "Mein Rücken tut weh") spüren, die mit dieser Person in Zusammenhang stehen, die man vertritt. Dies geschieht zuverlässig - auch wenn man über diesen Menschen nichts weiß. Wer dies zum ersten Mal erlebt, ist meist ebenso skeptisch wie überrascht. In den vergangenen 20 Jahren, in denen sich Systemaufstellungen weltweit verbreitet haben, wurde dies zu einer grundlegenden Erfahrung, die Tausende von Menschen teilen. Mit Hilfe dieser Rückmeldungen der Stellvertreter können Verwicklungen klar werden, Dunkles ans Licht kommen (z.B. Wut, Schmerz) und Schritt für Schritt nach Lösungen gesucht werden, bei denen sich alle Beteiligten wohler und leichter fühlen. Das neue "äußere" Bild kann für den Klienten zu einem neuen "inneren" Bild der Seele werden und heilende Kräfte freisetzen. Je nach Anliegen des Klienten ist dies im Anschluß ein unterschiedlicher Prozess in Bezug auf Dauer und Intensität.

Für welche Anliegen sind Familienaufstellungen geeignet?

  • Probleme in der Familie
  • Verhaltensauffälligkeiten und Krankheitssymptome von Kindern
  • Krisen und Trennungssituationen in der Partnerschaft
  • Wunsch nach guter Elternbeziehung trotz Scheidung der Eltern als Paar
  • Lebens- und Sinnkrisen
  • Zur Auflösung von Ängsten, Trauer, Schuld und Wut
  • Sucht und Co-Abhängigkeit
  • Psychosomatische Beschwerden
  • Missbrauch
  • Klärung beruflicher und privater Fragen
  • Migrationsprobleme
  • Vorsorgliche systemische Klärung bei Familiengründung und Schwangerschaft

Bei z.B. Depression, Suizidalität und Psychosen sind Familienaufstellungen nur in Absprache mit dem behandelnden Therapeuten/Arzt möglich. In Einzelfällen sind Familienaufstellungen im Rahmen eines stationären Aufenthalts (z.B. SysTelios) sinnvoll.

Aufstellungsarbeit ist eine Einladung für Menschen, die gute Lösungen und unterstützende Kräfte für sich und ihre Familienmitglieder finden möchten. Vorerfahrungen sind hierbei nicht erforderlich. Für Menschen, die bereits im Rahmen einer (anderen) Therapie an sich arbeiten, kann diese Art der systemischen Perspektive eine sinnvolle Ergänzung sein. Manchmal genügt eine einmalige Familienaufstellung - eingebunden in einen Beratungsprozess - um klarer zu sehen und um weitere gute Schritte auf dem eigenen Lebensweg gehen zu können.

 
   
   
   
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